Satsang Auszug

Erschaffe die Welt,
in der du leben möchtest

 

 

Guruji Sri Vast:

Das Leben ist so wichtig, du bist nicht einfach nur vorhanden. Du existierst in jedem Augenblick. Vor allen Dingen, du gehörst nicht dir. Es ist sehr wichtig, diese Wahrheit zu verstehen. Du gehörst dem Bewusstsein, du bist ein Teil davon. Was du denkst und was du tust – wir alle zusammen kochen dieses Leben. Wie wir uns weiterentwickeln, wohin sich alles bewegt, ob wir es wollen oder nicht, es wird Veränderungen auf dem Planeten mit sich bringen. Ob du das willst oder nicht, eines Tages wird die Menschheit ausgelöscht sein. Es wird neue Lebewesen geben.

sastang from guruji sri vast about how to create the world you want to live in

 

Wir konnten die Dinosaurier nicht bewahren. Wenn wir sie gewollt hätten, hätten wir sie gerettet. Nein. Alles ist ein Prozess. Alles geht immer weiter, verändert sich unaufhörlich, von einem ins andere. Die gesamte Existenz entwickelt sich ständig. Nichts kann dauerhaft sein. Sogar unser Sonnensystem wird sich verändern. Es wird Millionen und Millionen von Jahren dauern, aber an einem Punkt wird es sich weiterentwickeln. Wir entwickeln uns alle auf die gleiche Weise, was immer sich auf dem Planeten ändert. Jede einzelne Person ist ein Teil dieser Entwicklung. Wie? Welche Richtung gibst du dieser Entwicklung? Es endet nicht mit dir. Es endet nicht mit deiner Nachbarschaft, es endet nicht mit deiner Beziehung, deiner Gemeinschaft, deiner Straße, deinem Staat oder deinem Land, nicht einmal mit diesem Planeten. Du bist Teil des Ganzen, du selbst bist der Schöpfer. Der Schöpfer ist nicht ein Mann, nicht eine einzelne Person, die in ihrem Raum sitzt und denkt: "Was kann ich als nächstes erschaffen?" Nein. Was immer in diesem Moment geschieht, wie du das verarbeitest, damit machst du eine Welle, die sich weiter entwickelt.

 

Buddha wurde gebraucht, Krishna war nötig, Christus, Ramana, Osho – sie alle mussten kommen. Jeder Meister war nötig, um bestimmte Teile dieses Bewusstseins zu verarbeiten und das Verständnis unserer Existenz voran zu bringen. Jeder Meister vor euch war erforderlich. Es gab eine Zeit für jeden Meister. Es ist nicht so, dass eine Person zehn Bücher liest und dann zum Meister wird. Nein. Das Bewusstsein selbst schlägt ein wie Blitz und Donner. Das Gewitter geschieht und schlägt in einen Baum ein. Alle Bäume warten vielleicht darauf: ‚Eines Tages werde auch ich vom Blitz getroffen werden.‘ Aber das ist nicht der Punkt. Blitze entstehen aus so vielen Gründen und ihr Weg und ihre Richtung sind nicht voraussagbar. Das Gewitter selbst ist ein Bewusstsein, denn ein bestimmter innerer Prozess bringt dieses Licht in diese oder jene Richtung. Es liegt eine Art von Entscheidung darin. Hast du jemals darüber nachgedacht?

 

Sogar die Wellen kommen nicht einfach nur so. Wellen kommen, kleine Wellen oder große Wellen und brechen auf die eine oder andere Weise. Darin liegt eine Art Spiel. Wenn du den Ball auf dem Fußballfeld kickst, trittst du den Ball und gibst dem Spiel damit eine Richtung. Es gibt einen Vorgang, es gibt eine Absicht, es gibt ein Motiv - es liegt eine Art Spiel darin.

 

Jedes Mal, wenn eine Welle kommt, ist etwas darin vorhanden, etwas hat sie erzeugt. Es ist selbst ein Spiel.Du kannst nicht einfach wissenschaftlich sagen, ‚da war eine Welle'. Nein. Da gibt es etwas tief innen. Es gibt eine Freude darin, eine Erfahrung und einen Ausdruck dieser Erfahrung. In allem. Also unterschätze dich selbst niemals. Ihr seid alle großartige Wesen. Es ist sehr wichtig, dankbar zu sein; denn bei allem, was du verarbeitest, wirkst du auf dessen weitere Entwicklung ein. Denke an eine Stadt, Zürich zum Beispiel. Dort schätzen tausend Menschen das Leben radikal wert und sie sind radikal glücklich. Auf einmal ist die Luft anders, wenn du in diese Stadt kommst, nicht wahr? Wenn du in bestimmte Städte kommst, ist die Luft anders, weil die Erfahrung nicht nur in dir ist; du bist unendlich, du bist unermesslich, du kannst dich noch viel weiter ausdehnen. Reduziere dich selbst niemals. Sei dankbar und schätze es wert.

 

Was für eine Welt du auch erträumst, was für eine Welt du dir auch wünschst, mein Gott, habe immer einen großen Wunsch. Du musst träumen lernen. Träume immer das Großartige. Anstatt dich über eine Welt zu beklagen, an der du nicht teilhaben willst, träume die Welt, in der du leben willst!

 

Es gibt einen Krieg, es gibt ein Problem, es gibt eine Wirtschaftskrise, aber weißt du irgendeine Alternative? Weißt du, dass du diese Welt nicht willst? Welche Welt willst du dann? Träume sie! Male sie, zeichne sie, das ist sehr wichtig. Wenn du eine schöne Welt haben willst, mein Gott, dann sprich darüber, träume von ihr, schreibe Gedichte über sie, singe ein Lied und male ein Bild davon. Nutze jede Gelegenheit dazu. Anstatt über die Welt zu sprechen, in der du nicht gerne leben willst, sprich über die Welt, in der du leben willst. Die Welt sieht so aus, weil wir die Kunst des Erschaffens verloren haben, weil wir die Kunst des Träumens verloren haben. Wir haben die Kunst verloren, in unserem Traum zu sein.

 

Jetzt sind all unsere Träume und alle Bilder, die man sieht, gewalttätig. Alle Spielsachen sind gewalttätig, alle Geschichten sind gewalttätig, alle Filme sind brutal, die Zeitung ist voll von Gewalt und auch was wir schwatzen, alles ist gewalttätig. Tu etwas anderes. Steig aus, befreie dich von dieser angstorientierten Gesellschaft. Eine Person, die ein Teil der angstorientierten Gesellschaft wird, gerät leicht in Panik, weil sie nicht weiß, wie sie in dieser angstorientierten Gesellschaft klarkommen soll. Es gibt immer Druck, es gibt eine Panikstimmung: „Wie kann ich mich in alledem zurechtfinden?“ Also bitte: Erschaffe! Gib niemals auf! Du bist der Architekt deiner Welt. Anstatt zu einem großen Protestmarsch gegen den Krieg zu gehen, mache einen Spaziergang, um die Blumen zu sehen. Wenn immer mehr Leute hingehen, um die Schönheit dieses Lebens zu sehen, wird sie lebendig. Die Schönheit wird zur Wirklichkeit.

 

Konzentrieren wir uns jetzt auf Dinge, die wir eigentlich nicht wollen? So ist das Leben immer. Du gehst in ein Restaurant und sagst: „Ich will nichts Scharfes, ich will nichts Süßes, ich will nichts Saures und nichts mit Chili.“ Ohne zu sagen, was du eigentlich willst. Der Kellner mag antworten: „Das ist alles in Ordnung, aber sagen Sie mir, was Sie wirklich wollen.“ Deshalb sage ich, investiere dein Leben nicht in Dinge, die dich nicht wirklich interessieren. Investiere dein Leben in Dinge, die du willst; denn du selbst erschaffst dieses Leben.

 

Du bist nicht so simpel - unterschätze dich niemals. Ihr seid alle sehr beschäftigt; jeder ist mit seinem kleinen Drama beschäftigt und denkt, das ist die einzige wichtige Sache. Das Leben ist viel größer. Es gibt viel zu genießen, viel zu erfahren, viel zu feiern. Mein Gott, ich bin noch nicht einmal mit dem Erschaffen beschäftigt, ich bin mit dem Empfangen dessen beschäftigt, was für mich bereits geschaffen wurde. Alles ist dir gegeben. Sei eifrig im Empfangen und Wertschätzen, sei beschäftigt mit der Erfahrung dessen, was dir gegeben ist. Von einem bestimmten Punkt an werden die ganze sogenannte Existenz und du selbst nicht mehr zwei verschiedene Dinge sein. Du wirst dich selbst in jeder Äußerung des Lebens wahrnehmen. Du bist viel größer als das, was du über dich selbst und dieses Leben zu wissen meinst. Dieses Leben kann durch keine Schriften oder Bücher oder Lehren beschrieben werden. Das Leben hat sein eigenes Spiel.